Der Rahmenbau

Mittlerweile war es März 2007 und wir hatten alles gut vorbereitet. Doch eins fehlte. Wo bekommt man Stangen an Rahmenmaterial her? Ich wusste, dass früher der Eisenacher gerne seine Pfosten für den Gartenzaun mit diesem Material gebaut hat. Also, so nach dem Motto: „Die Flex in der Tasche und ab auf die Suche“. Doch ganz so schwer sollte es nicht werden. Erst ein paar Anrufe bei Bekannten, aber ohne Erfolg. Dann der Schicksalstag. Auf der Runde mit dem Hund durch die Nachbarschaft sah ich von weitem eine ca. 6 m lange Stange liegen. Direkt an einem Zaun. Und die Schweißnaht kam mir sehr bekannt vor. Also näher und siehe da... RAHMENMATERIAL. Allerdings stark angerostet. Sofort nahm ich mein Handy und rief einen Kumpel an, von dem ich wusste, dass er den Besitzer kennt. Es dauerte keine 2 Tage, da hatte ich einen Termin bei dem Besagten. Wir unterhielten uns und ich sprach ohne ins Detail zu gehen von dem Material, was da lag. Er sagte sofort, das könnte ich haben. Noch ein paar Minuten später auf einmal “Warte mal“ er ging in die Garage. Kam wieder heraus und hatte eine neue unberührte Stange Rahmenmaterial in der Hand. Er fragte, wie lang es sein muss?

 

Wir maßen nach und es waren genau 1,40 m. Die Länge, die wir auch verlängern wollten. Was für ein Zufall! Kaum hatte ich das Grinsen im Gesicht verschwand er schon wieder. Kam zurück und hatte 8 Stangen in der Hand. „Hier“ sagte er und schenkte mir das ganze Material. „Ich hatte es mal als Zaunpfosten geplant“, ich lachte nur und war happy.

 

Als ich im Club das erzählte, waren alle Feuer und Flamme. Zufälle bestimmen halt oftmals das Leben. Ursprünglich wollten wir aus allen Rahmen die geraden Stücke herausschneiden und neu zusammenschweißen. Dies hätte aber nie funktioniert und wäre auch nie stabil geworden.

 

Als Nächstes haben wir den Rahmen vom Grünen komplett entkeimt, geschliffen und neu grundiert (mit Rostumwandler in der ersten Schicht). 

 

 

Dann ging es an die Arbeit. Am 7. April 2007 war es dann soweit. Getreu unserem Motto: „Die Arbeit zeigt den Weg“ machten wir uns mit fachkräftigem Rat von Charly Braun, dem ehemaligen Werksmitarbeiter, der die verlängerten Wartburgtransporter mitgebaut hat, an die Schweißarbeiten. Dazu kamen Alex und Stefan, die ausgebildeten Fachschweißer (oder die Könige des Britze Bratze), 2 Flex, 2 Schweißgeräte, 1 Kiste Bier und das Material.

Ein Schnitt hier und einer da und schon lag der Rahmen in 2 Teilen vor uns.

Dann gings an das perfekte Zuschneiden.

Kaum geschnitten wurde auch schon verlängert

Erst elektrisch angeheftet und dann MAG durchgeschweißt. Alex und Stefan teilten sich die Arbeit.

 

Wenige Stunden später konnten wir erste Belastungstests fahren.

Zum Schluss fügten wir noch Metallwinkel an den Schweißnähten an, so wie es für die Stabilität beim Rallye-Sport gemacht wurde, und eine Querstrebe zur Sicherheit unter Berücksichtigung der späteren Fußmulden in der Karosse.

Am Ende eines Tages, genau nach 10 Stunden, war der Rahmen fertig geschweißt und die Nähte gereinigt. Wir hatten das ganze Wochenende geplant und konnten nun einen ruhigen Sonntag verleben. Wenige Tage später war der Rahmen bereits wie neu. Wiedermal durch Zufall sah ich in der Werbung, dass es bei Metzen Qualitätsspraylacke  zum Preis von 2 Euro gab, mit denen wir uns gleich eindeckten. Damit wurde grundiert und lackiert. (Na gut, ein Fachmann würde sagen „gespritzt und gekleckert“)

 

Zum Schluss 2 komplette Schichten Elaskon Unterbodenschutz drauf, die wir von der Firma Elaskon als Unterstützung zur Verfügung gestellt bekamen. Ohne Schleichwerbung sage ich offen und ehrlich, das Zeug lässt sich wunderbar verarbeiten ob gespritzt oder gestrichen. Und es trocknet vor allem innerhalb von 24 h grifffest aus. Nach 2 Wochen ist es komplett hart bzw. schwer zäh. (wenn ich das so sagen darf)

 

Der Rahmen war geschafft.

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© Enrico Martin