Die Montage - Teil 1

Die Montage des Autos gestaltete sich als wenig spektakulär. Da es sich im Prinzip um den Zusammenbau eines Wartburg 353 handelte, waren viele Arbeitsschritte gleich.

 

Nach dem Wochenende mit der Hochzeit arbeiteten wir 2 Wochen lang fast täglich an dem Wagen.

 

So konnten wir aus unserem Fundus fast komplett Neuteile für alle Baugruppen verwenden und was wir nicht hatten, wurde durch Stefan und Peter dazugelegt.

 

Stefan feilte knapp 3 Abende am Kabelbaum und ich montierte in der Zwischenzeit an anderen Stellen. 

 

Bei der Elektrik verbauten wir einen fabrikneuen Kabelbaum, jedoch ohne Innenbeleuchtung.

 

Die schmutzigste Aufgabe sollte dann aber noch die Hohlraumversiegelung werden.

Jeder, der das mal gemacht hat, weis wie man danach aussieht.

 

Wieder einmal stiftete die Firma Elaskon das nötige Material dazu. Schnell noch einen Kompressor besorgt  und dann ging es schon mit Sonden in die Hohlräume. 4 Flaschen haben wir verbraucht und das nicht sparsam, da wir ja Ruhe vor Rost haben wollen. 

Das hält jetzt auf jeden Fall für Jahre. Als schönen Tipp am Rande: Die Firma Elaskon hat einen Lackreiniger auf Wachsbasis, der den Lack nicht angreift, gleichzeitig sich aber wunderbar zum Entfernen von Elaskonspritzern eignet. Zusätzlich versiegelt er gleich die Flächen und lässt sich bequem sprühen.

 

Hier kam auch wieder unser Micha zum Einsatz, der bei Stefan eine harte Lehre zu durchlaufen hatte.

 

So gibt es ein lustiges Beispiel, was ich mal erwähnen muss. Stefan liegt auf dem Rücken eingeklemmt zwischen Spritzwand und Lenksäule und sagt zu Micha: „Such schon mal einen Blinkgeber“. Kaum ausgesprochen kommt Micha auch schon freudestrahlend angerannt und drückt Stefan einen Blinkhebel in die Hand. Stefan brüllt und fragt, was das sein soll. Darauf Micha: „Der macht doch, dass es blinkt“. Die Mischung von Stefans Reaktion war ein Gefühl von „ich schmeiß mich weg, bis ich rast gleich aus, und Kann so nicht arbeiten“.

 

Klar ist, dass wir dadurch nur zu lachen hatten und alles viel Spaß gemacht hat.

Der letzte Großeinsatz war dann am 28. März 2009. Alex, Micha, Stefan und ich arbeiteten an der Komplettierung der Elektrik, des Motorinnenraums und der Hi-Fi-Anlage.

 

Natürlich sollte es am Nachmittag die ersten Geräusche vom Wagen geben. Kurzerhand, die Anlage war das Erste, was ich zum Rumsen gebracht habe. Ein eigener Kabelbau soll dafür sorgen, das gesamte System einzeln abzusichern. Ein Bombenklang ohne Türen und Dämmung war das Ergebnis.

 


Alex, der kleine Bastler, kümmerte sich fast ausschließlich um die Montage des Motor-innenraums und konnte sich mit Vergasern, Zündspulen und Schläuchen austoben. Das kann er wirklich blind.

 

 

Kurz darauf klemmte auch Stefan schon seine Elektrik an die Batterie und wiedermal kann ich eins heute sagen. Es ist Wahnsinn, dass ein Farbenblinder einen kompletten Kabelbaum verlegt und nur 3 Kabel umklemmen muss, dass auf Anhieb alles funktioniert. 

 

Nacheinander fing das Auto an zu leben. Licht für Licht und Relais für Relais fingen an zu funktionieren.

 

Dieses Erfolgsgefühl ließ es in uns überschwappen und ein Sprüher WD40 und ein Schluck Super im Vergaser machten es zum Anlass nach 3 Jahren das erste Mal das „Rängdedängdedäng“ zu hören. Unser Motörchen sprang beim ersten Zündversuch an, ohne dass wir irgendwas nachstellen mussten. Das war ein Gefühl von Freude und Befriedigung.

 

An diesem Tag hörten wir dieses Geräusch weitere 3-mal. Nicht weil wirs mussten, sondern weil es einfach nur Klasse ist einem Zweitakter zu lauschen.

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© Enrico Martin / Allgemeiner Wartburgfahrerclub Eisenach